"Bröring gab Vollgas und nahm uns alle mit"

"Hermann Bröring hat das Ruder fest in der Hand gehalten, gab Vollgas und nahm uns alle mit." Der Landrat des Kreises Steinfurt, Thomas Kubendorff, stand mit seinem Lob für den emsländischen Landrat nicht allein. Bei der gestrigen Unterzeichnung des Verwaltungsabkommens zum Ausbau der nördlichen Strecke des Dortmund-Ems-Kanals im Hotel "Am Wasserfall" zwischen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und den Projektpartnern der Region ergriff auch der Emdener Oberbürgermeister Alwin Brinkmann das Wort. Als Bröring mit seiner bekannten Dynamik nach dem Lückenschluss der A 31 das neue wichtige Infrastrukturprojekt für die Ems-Achse angepackt habe, habe er ihm gesagt: "Hermann, mach mal." Die ostfriesischen Landräte hätten ihrem emsländischen Kollegen vertraut, dass er auch dieses Vorhaben unter Dach und Fach bringen könne, erklärte Brinkmann.

Bröring selbst wertete das Projekt vor rund 100 Gästen als historisch. Der eigentlich erst ab 2015 vorgesehene Beginn des Kanalausbaues zwischen dem Mittellandkanal und Lingen wird bereits nächstes Jahr starten. Die Fertigstellung des 160-Millionen-Euro-Projekts ist 2017 vorgesehen.

Nach Darstellung des emsländischen Landrats ist es durch einen ungewöhnlichen Schachzug gelungen, den Personalengpass beziehungsweise die Personalvorgaben in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung zu überwinden und die Maßnahme vorzuziehen. "In pragmatischer und zielorientierter Weise haben Landkreise, Städte und Gemeinden gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern, der Wirtschaft und dem Land Niedersachsen einen Lösungsweg gefunden: Wir greifen dem Bund bei den Personalkapazitäten unter die Arme."

Konkret bedeute dies, dass die Region für einen Zeitraum von zehn Jahren sechs qualifizierte Mitarbeiter für das Projekt bereitstelle. Allein der Landkreis Emsland mit seinen Städten Lingen, Meppen und Haren, seinen Gemeinden Emsbüren und Salzbergen sowie die Dörpener Umschlaggesellschaft für den kombinierten Verkehr stellen jährlich 120000 Euro als Personalkosten für Fachkräfte zur Verfügung.

Zu den weiteren Vertragspartnern zählen der Kreis Steinfurt, die Landkreise Aurich und Leer, die Stadt Emden, das Land Niedersachsen sowie die IHK Osnabrück-Emsland und die IHK für Ostfriesland und Papenburg.

Nach Angaben des Präsidenten der Wasser- und Schifffahrtsdirektion West, Michael Wempe, sind die Vorbereitungen getroffen, damit pünktlich ab Januar 2008 die Maßnahme beginnen kann. Er sprach von einem besonderen Projekt zum Wohle der Binnenschifffahrt und der Region.

Der Lingener CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Hermann Kues berichtete, dass es in Berlin viel Anerkennung finde, wie die Region entlang der Ems-Achse durch Zusammenführung aller Kräfte wichtige Infrastrukturmaßnahmen in die Tat umsetze.

"Das ist heute ein guter Tag für die regionale Wirtschaft und die Menschen entlang der Ems-Achse", erklärte Hubert Dinger, Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück-Emsland. Die Lehrbücher erfolgreicher Regionalpolitik seien um ein weiteres Kapitel erweitert worden. Dinger: "Was regionaler Konsens und aktives Handeln bewirken können, haben wir mit der A 31 bereits bewiesen." Durch das neue Projekt werde auch die Wettbewerbsposition der See- und Binnenhäfen in Emden, Leer, Papenburg, Dörpen, Haren/Meppen und Spelle gestärkt, hob der IHK-Hauptgeschäftsführer erfreut hervor. Der Binnenschifffahrt prophezeite er eine gute Zukunft.

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde vom Shantychor Geeste, der mit flotten Melodien begeisterte.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 07.11.2007