Emsvertiefung und Ems-Sperrwerk zur Standortsicherung der Meyer-Werft

Die Meyer Werft, seit mehr als 200 Jahren in Papenburg im Familienbesitz, ist weltweit bekannt für ihre modernen Kreuzfahrtschiffe. Mit mehr als 3000 Mitarbeitern ist die Werft einer der größten Arbeitgeber der Region (Stand 2014). Anfang der 1990er Jahre war die Zukunft des Werft-Standorts Papenburg gefährdet. Für die Überführung der immer größer werdenden Luxusliner zur Nordsee war es notwendig, die Ems auf 7,30 Meter zu vertiefen. über das Thema haben Bund und Land über mehrere Jahre gestritten - ohne Aussicht auf die von der Werft so dringend benötigte Überführungssicherheit.

Obwohl der Landkreis Emsland überhaupt nicht für den Ausbau einer Bundeswasserstraße wie der Ems zuständig war, hatte die Kreisverwaltung unter Federführung von Hermann Bröring als Oberkreisdirektor die Angelegenheit in die Hand genommen und das notwendige Planfeststellungsverfahren in nur 18 Monaten durchgezogen. Der Erhalt Tausender Arbeitsplätze in der Region hatte für ihn höchste Priorität. Die Emsvertiefung Mitte der 1990er Jahre bildete die Grundlage für den 2002 vollendeten Bau des Emssperrwerks - eines 476 Meter langen Bauwerkes, das sowohl dem Küstenschutz dient als auch die Überführung von Schiffen mit einem Tiefgang von bis zu 8,50 Metern gewährleistet.

Aus der Presse:

"Kanzler: Verbindung von Ökologie und Ökonomie", Ems-Zeitung, 07.09.2002
"Das waren noch turbulente Zeiten", erinnerte sich gestern ein sichtlich gut gelaunter Bundeskanzler an den Streit um das Emssperrwerk Ende der 90er Jahre. "Die Meyer-Schiffe erreichten einen immer größeren Tiefgang, und Trittin wollte nicht baggern." Schröder, damals noch Ministerpräsident, schlug schließlich den Knoten durch, in dem er den Bau eines Sperrwerks in der Ems durchsetzte und im September 1998 unter dem Protest von Umweltschützern den ersten Rammschlag ausführte.

"Meyer-Werft nicht dem Weltmarkt überlassen", Ostfriesen-Zeitung, 24.01.1997
Emsland-Oberkreisdirektor Bröring: Sperrwerk einzige Lösung

"Das Ding kommt nicht", Ostfriesen-Zeitung, 14.12.1996
Eher wird Papenburg evangelisch, als dass in der Ems ein Sperrwerk gebaut wird. Ein Kommentar von Bernhard Fokken

"Wird Klartext geredet?", Ems-Zeitung vom 21.12.1993
Poker um Emsvertiefung - Ein Kommentar von Hans Brauer

"OKD Bröring: "Zur Vertiefung der Ems gibt es keine Alternative", NOZ, 17.08.1993
Umweltverbände lehnen strikt ab - "Fundamental andere Erkenntniss"

"Böring: Emsvertiefung ökologisch vertretbar", Generalanzeiger, 27.04.1993
Landkreis Emsland stellte Antrag zum 7,30 Meter-Verfahren vor